Traurig
Titania Ihre Freunde die Grillen
sind längest stumm geworden,
in der Kälte des Regens
Einsamkeit läßt sie erschauern,
wie die Nässe des Mooses.
Still liegt die Lichtung
wo sie tanzte,
von Libellen begleitet.
Träumend steht sie da,
wissend,
es kommt ein neuer Sommer
und mit ihm Oberon.
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Zugesand im März´ 2010 von Michaela }

„San Marino“
Des Meeres schaumige Kronen,
rollen schwatzend an der Insel steinig Strand,
aus einer Muschel leis' entsteiget,
Göttin Aphrodite, zögernd berührt ihr Fuß den Sand.
Sie hört die römischen Kohorten,
der Soldaten schwere Tritt und Waffengeklirr-
Diokletian, der Kaiser hat befohlen:
“die Christen, ertränket sie im Meer!“
Aphrodite, du musst nun gehen,
wolltest Liebe bringen in deiner schönen Gestalt;
siehst Frauen, Kinder, Männer sterben,
ach wie hässlich ist dir die rohe Gewalt.
„Brüder lasst uns fliehen, weit in die Appenin,
ich der Steinmetz Marinus will euch führen,
auf hohen Pfaden, so verschlungen,
der Herr uns öffnet der Berge hohe Türen.
Weh' wie bluten da die Füße,
Sandalen zerrissen, barfuss geht’s einher;
Der Frauen Schulter schmerzen,
die Angst, die Last so drückend schwer!
Die Jahre sind vergangen,
Marinus Blick schweift über Dörfer und das Meer,
Stolz prägt seine gefurchten Wangen -
schön ihr Land, was will man mehr!
Auf dem Wege geht Maria,
von ihren Lippen perlt ein leises Lied.
Ihren Burschen will sie treffen,
liebkosen seine Haare, schwer ihr Busen bebt.
Blutrot ist der Himmel,
die Sonne sacht und müd' ins Meer versinkt;
die Tiere verlassen nun die Weide,
lächelnd träumt schon manches Kind.
Und durch die Olivenhaine schreitet
eine anmutige Göttin jetzt einher:
Aphrodite, San Marino Liebe,
Würde, schenkend, dunkler Samt das Meer!

(C) Reinhard Blohm - Brettin
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Zugesand im September´ 2010 von Reinhard Blohm }

Das Kleine Wunder
Morgen Die Augen sind noch fest geschlossen,
der Schlaf behält noch seine Macht,
dabei ensteht ein kleines Wunder,
das die Natur sich ausgedacht.
Das Dunkel wandelt sich in Golden,
licht verzaubert Stadt und Land,
Oh, Auge säh`st du diese Stunden,
wärst von Freude still gebannt.
Minuten später - Golde´ne Sichel,
sich über Häuserdächer streckt
und selbst die größten Firmendächer,
in goldene Seide hell verdeckt.
Dein Auge trifft der goldene Schein,
streicht leicht die Augenbraue,
und ruft dir förmlich:
Sei dabei, beim Wandel von Wald und Aue.
Ob Tier, ob Mensch, ob Blume, Baum,
ein jeder dieses kennt,
doch leider man es selten sieht,
meist es schlicht - verpennt.
Die kleinen Wunder dieser Welt,
jeden Tag geschehen,
drum nimm´ dir Zeit und Augen auf
dann wirst auch Du sie sehen
© by Thomas Pflüger
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Zugesand im Mai´ 2011 von T.Pflüger }
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Alberich, König der Elfen
Einst ritt ein Edler hoch zu Rosse-
im Taunus, durchs schwarze Gebirge.
Gemahlin, Knappen, gehörten zum Trosse;
viel Goldes Last, dem Pferde schwere Bürde.
„Mein Gefährte aus den Niederlanden
liegt erschlagen an fernen Ort.
Der Degen Siegfried – so genannt beim Namen,
sein erstritten Schatz trag ich nun fort.
Statt dem Sohne, den Nibelungenschatz
dem Vater ich nun bringe: ich tu es nicht gern.
Durch böse List wurde er bezwungen-
Weh' dem Boten, ich, Dietrich von Bern!“
Der Edle sprach's mit leiser Stimme,
verloren den Blick auf dem Wege Rand;
täuschte Trauer etwa seine Sinne -
ein grimmig Zwerg, im Wege vor ihm stand.
„Edler, halt-, ich bin der Herr der Elfen,
die einzig Blumen hier an diesem Ort.
Tribut der Wege du musst begleichen,
oder ihr verlasset niemals diesen Ort.“
„Schweig, töricht dein Verlangen -
aus dem Weg du hässlich Zwerg“,
Dietrich rief es in Wut und Grimme:
„erschlagen soll dich sonst mein Schwert!“
„Vielfach Kraft mein Gürtel mir verleiht“,
Zwerg Alberich gebärdet sich wie toll.
Gewaltig pressen seine Arme Dietrichs Leib,
Blut dem Edlen, aus Mund und Rüstung quoll.
Die edle Jungfrau auf dem Rosse -
mein Zoll, du wirst sie mir jetzt geben;
weiterziehen kann dann deine Trosse -
und ich schenke dir das Leben!“
nur zögernd betret' ich heut diesen Ort.
Die Höhle von hohem Fels verschlossen,
dunkel der Tann und mir wird bang.
Die Lichtung: vom Monde Silber übergossen,
da höre ich, betörend, der Elfen Gesang.
Sie tanzen, schweben, ein bunter Reigen.
Ich bin trunken, die Füße bleiern schwer.
Harfenklänge zittern in den Zweigen – Ach'
die Wiese, ist wieder kalt und leer!
Und tief im Berge den Hort bewachend,
hockt einsam der König Alberich.
Hört nicht mehr der Elfen klingend Lachen,
Ach’ wie traurig du kleiner Wüterich.
Auf Straßen und Plätzen, im bunten Kleide,
Alberichs Elfen – du kannst sie sehen.
Anmut ist ihr verführerisch Geschmeide,
lächel’ zurück und lass es gescheh’n!

(C) Reinhard Blohm - Brettin
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Zugesand im September´ 2010 von Reinhard Blohm }

In meiner Welt.....
Blumen die Blühen, Vögel die singen,
eine Sonne die lacht, ein Gott der strahlt.
Solange ich kann, lebe ich in diesem Traum,
versuche zu verbergen
was nicht zu verstehen ist.
In meiner Welt scheint alles human.
Doch schon wach ich auf
und lerne wie das leben wirklich ist.
Es ist die wirklichkeit,
Blumen die sich entfalten,
Vögel die verstummen,
eine Sonne die nicht strahlt.
Ein Gott der uns hasst.
Das leben ist zu wertvoll um aufzugeben,
doch auch zu unerträglich um, weiterzuleben.
Tränen zu alltäglich, ein Lächeln unbemerklich.
Das friedliche meer, dass sich Blutrot färbt,
Der Himmel der weint.
Was soll noch passieren,
in einer Welt ohne Glauben.
Wo soll sich noch Hoffnung verbergen,
in einer Welt voller Zweifel.
Wie viele Wunder müsste es geben
um die Liebe von Gott zu erlangen.
Doch niemand wird es schaffen,
den Himmel zum strahlen zu bewegen,
niemand würde sein Leben in die Hand Gottes geben,
Niemand könnte Wunder herbeirufen. Niemand.
Deshalb habe ich meine eigene Welt,
in meiner fantasie scheint Zweifel fremd,
glaube alltäglich, Hoffnung nicht notwendig.
Und wir alle würden kämpfen,
um die Tränen in Gottes Augen zu beenden.
Menschen die nur an sich glauben,
unschuldige wesen die wegen der gier des menschen sterben.
Ein wütender gott der uns zeichen gibt
doch wir schauen vorbei....
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Zugesand im April´ 2011 von Drenicagirl } |